Wir freuen uns sehr, Ihnen die Einzelausstellung “Schillerized” mit Werken von Birgit Brandis anzukündigen.
Birgit Brandis (1976) zog nach Abschluss Ihres Kunststudiums an der Kunstakademie Karlsruhe, vor drei Jahren nach Hamburg, wo sie sehr aktiv und als Initiatorin in verschiedenen Ateliergemeinschaften (Skam, Bernstorffstrasse, Beerenweg) wirkt.
Birgit Brandis ist Malerin und ihre Arbeitsweise ein gezieltes, prozesshaftes Experimentieren. Es ist ein Spiel zwischen Ordnung und Chaos, Zufall und klar gegliederten Strukturen. Es sind Versuchsanordnungen innerhalb eines festgelegten Rahmens, der von einer klaren Bildidee vorgegeben wird. Diese wird häufig durch architektonische Formationen inspiriert oder orientiert sich an Gliederungen von Landschaft. Dabei lässt sich deutlich ein Interesse an Strukturen und linearen manchmal ornamentalen Flächenordnungen erkennen. Birgit Brandis erschließt einen tiefen Bildraum durch die Staffelung von großen und kleinen Segmenten, den virtuellen Einsatz von Farben und Farbabstufungen, manchmal auch durch eine klassische Fluchtpunktperspektive. Es sind die traditionellen Fragestellungen der Malerei, inhaltlicher wie technischer Art, die Birgit Brandis interessieren. Sie schreib selbst: „in einer Mischung aus Spiel und Experiment beobachte ich: wie verhält sich die Farbe, wie wirkt sich die Schwerkraft auf sie aus, wie die verschiedenen Trocknungsphasen. Der Prozess des Kippens, Legens, Hängens, Stellens. Der Verlauf der flüssigen Farbe, das Schneiden des Druckstocks, die Abdrücke der Klebebänder, der Druck, der auf den Druckstock ausgeübt wurde, die unterschiedlichen Strukturen, die entstehen, je nach Dicke des Farbauftrages auf den Druckstock.“ Die Koordinaten Farbe und Oberfläche, flacher und tiefer Bildraum, vor- und zurückliegendes, Reduktion und Opulenz, Abstraktion und bildhafte Assoziation, erforscht sie immer wieder neu.
Für diese erste Präsentation in unserer Galerie stellt Birgit Brandis neue Arbeiten auf Holzplatten und eine Bodenskulptur aus.