Charlotte Posenenske 3. November – 15. Dezember 2007 Eröffnung 3. November ab 18 Uhr
Mehdi Chouakri freut sich, die Arbeiten von Charlotte Posenenske in einer Einzelausstellung zu präsentieren. Zu den bleibenden Eindrücken der diesjährigen Documenta 12 zählten die Objekte von Charlotte Posenenske (1930-1985). Die Künstlerin gehörte in den 1960er Jahren zu den wenigen in Europa, die parallel zur amerikanischen Minimal und Conceptual Art reduktionistische Arbeiten entwickelte. Durch die implizit politisch-demokratische Dimension ihres Ansatzes unterscheidet sich ihr Werk jedoch von Donald Judd oder Dan Flavin.
1966 wendet sich Posenenske von der Malerei ab. Kurz darauf entstehen die Vierkantrohre der Serie D und DW, in denen sich eine zunehmende Objektivierung abzeichnet. Elemente aus dünnem Stahlblech oder brauner Wellpappe lassen sich zu architektonischen Figurationen verschrauben: Durch das Arbeiten in offenen Serien, die Verwendung von unbehandelten und standardisierten Materialien, vor allem jedoch durch die Veränderbarkeit ihrer Skulpturen untergräbt Posenenske hier gewohnte hierarchische Ordnungen.
Bei den Drehflügeln (1967/68) handelt es sich um große, an vertikalen Achsen schwenkbare Flächen aus Preßholz. Wie Türen können sie zu einem Kubus geschlossen werden und bilden so einen betretbaren Innenraum. Auch wenn es sich bei den Objekten um autonome Kunstwerke handelt, strebt Posenenske mittels überschaubarer, geometrischer Körper eine Allgemeinverständlichkeit ihrer Arbeiten an. Durch die Einbeziehung des Betrachters reklamiert sie zudem einen Aspekt der Öffentlichkeit von Kunst, der zur Reflexion soziopolitischer Fragen anregen soll.
Posenenske gibt 1968 die künstlerische Arbeit auf, da in ihren Augen Kunst nichts mehr zur Lösung drängender gesellschaftlicher Probleme beitragen könne. Sie wendet sich der Soziologie zu und engagiert sich in Gewerkschaftsbewegungen. Zur Eröffnung am Samstag, dem 3. November, gibt Dr. Burkhard Brunn eine Einführung. Die Bausteine der Vierkantrohre werden wöchentlich variiert. Wir bedanken uns für die freundliche Zusammenarbeit bei Dr. Burkhard Brunn, Frankfurt/Main.
Saâdane Afif 58:22 & Some Words On-Air Exhibition & Installation at Mehdi Chouakri November 13, 2007, 6 p.m.
58:22 & Some Words began with an invitation. We asked Saâdane Afif to join us for a program on WUNP, a project as radio station we produce for unitednationsplaza in Berlin. Through numerous conversations with Afif, rather than produce a discussion of his work over the airwaves, we would curate a compilation of various songs produced for and in response to his visual works and installations. In turn, adding another layer of interpretation to the work through the transmission of an ordered series of tracks interspersed with measured commentary and introductions of a radio announcer (written by Afif) whose voice flares with the intonation and bravado typical of DJs heard on popular radio stations. Many of the chosen tracks in title and content reference the ethereal, and ghostly traces so often associated to the incorporeality of radio. As radio arranges and transforms sound and voice systematically for particular instances of reception, 58:22 & Some Words functions as an exhibition, a radio program, and event space which transposes the physical spaces of the WUNP studio and Mehdi Chouakri Gallery with the airspace in between. Valerie Tevere & Angel Nevarez November, 2007
WUNP, 95.2fm Angel Nevarez and Valerie Tevere are artists who work together as neuroTransmitter and produce WUNP, a radio station, for unitednationsplaza in Berlin. www.neurotransmitter.fm