Hilger contemporary: Leo Zogmayer-Is your journey really necessary? - 15 Nov 2007 to 12 Jan 2008

Current Exhibition


15 Nov 2007 to 12 Jan 2008
Di-Fr 10-18h Sa 10-16h
Vernissage 15.11.07
Hilger contemporary
Dorotheergasse 5
A - 1010
Vienna
Austria
Europe
p: 0043 (0) 1512 53 15
m:
f: 0043 (0) 1513 91 26
w: www.hilger.at











Leo Zogmayer, Neigung (China), 2007, 19x29 cm, Alu with text
Web Links


hilger contemporary
Galerie ERNST HILGER on re-title

Artist Links


Andreas Leikauf



Artists in this exhibition: Leo Zogmayer


Journeys, Plans, Aims; Worldtours, Worldviews. As if a journey has ever brought us to a destination! But- apart from the detours, models, deceptions and distractions there is something else – the big, amorphous painting –the great journey without destination. *Text from a poster at the ticket counters in English train stations during World War II and shortly after; quote: Ludwig Wittgenstein, note, 1947



Die Ausstellung dauert bis 12. Jänner 2008.
Im Rahmen der Eröffnung findet eine Dialogführung durch die Ausstellung
mit DDr. Michael Lehofer (Sigmund Freud Klinik, Graz) und Leo Zogmayer statt.

Die Ausstellung kreist um folgende Themen, Bildtitel:
Das große Bild hat keine Form / Es ist einfach / Was wie? / In der ganzen Welt / Is your journey really necessary? / Why China? / Partituren / Rückseiten / Grenzen / Wort(e) / Rahmen / Brocken / TEXT / Alphabet


Aus einem Gespräch zwischen Karl Baier und Leo Zogmayer (2006):

Du hast einmal gesagt, dass es in deiner Kunst nicht um das Einrahmen, sondern um das Ausrahmen der Wirklichkeit geht. Von welchen Rahmen soll die Wirklichkeit befreit werden?

Von allen Rahmungen, Modellen, Erklärungen. Von den Definitionen, den Rahmen, die uns begrenzen. Wir brauchen einen ganz neuen Kulturbegriff. Er sollte der Kunst unterstellt sein. Paradiese ohne Einzäunung. Offene Gärten für Kunst, die das reale Leben ent–fernt, also Ferne abbaut, uns der Wirklichkeit näher bringt.Die zeitgenössische Kunst fordert stets Freiheit, ist jedoch oft selber unfrei. Ein Gutteil der Kunst und Kunsttheorie gehorcht z.B. nach wie vor dem europäischen Leidensparadigma, einer säkularisierten Fortsetzung religiöser Passionsphantasien. Ein masochistisches Element der christlichen Realgeschichte beherrscht bis heute manche Sparten der Kunst. Wenn im Rahmen der heurigen Documenta diskutiert wurde, ob die Moderne unsere Antike sei, wäre erst einmal zu fragen, wieweit wir überhaupt schon in der Moderne angekommen sind. Die europäische "Avantgarde" ist ja über ihre militaristische Terminologie in eine absurde Selbstbestimmung geraten.

Was meinst du mit Selbstbestimmung? Das heroisch-absurde Selbstbild, immer an vorderster Front kämpfen zu müssen?

Genau. Der Kunstbetrieb ist sehr kompetitiv geworden. Was Kunst eigentlich ausmacht, davon ist nur selten die Rede. Konkurrenzkämpfe, Innovationshektik, überzogene Kontextthematisierungen überwuchern, substituieren beinahe den eigentlichen Korpus der Kunst.

Du scheinst davon auszugehen, dass eine Kunst, die nicht in diesen Oberflächlichkeiten verstrickt ist, etwas zur Befreiung des Menschen beitragen kann. Ist das nicht ein zu hoch gesteckter Anspruch?

Kunst vermag doch sonst nichts! Das Gemachte, die Täuschung soll verblassen. Ende. Nichts ist wichtig. Kunst ist schwerelos. Egal in welche Gewichtungen sie einbricht. Alles dreht sich und feiert. Formen, Namen werden durchsichtig. Kunst muss Einbildungen, überhaupt alles Gebildete auslöschen. Die Welt verstummt. Und es wird sichtbar, was wir begreifen wollten. Wenn der Raum der Ansprachen und Ansprüche sich ins Offene entgrenzt. Das ist Kunst. Frei.




Hat das Offene, das du gerade angesprochen hast, auch etwas mit sozialer und politischer Freiheit zu tun, oder sind diese Bereiche für die heutige Kunst irrelevant geworden?

Ein beträchtlicher Teil der zeitgenössischen Kunst versucht ja bekanntlich, sich über politische Themen zu legitimieren. Soziale und politische Freiheiten sind aber Kompromissformeln, strategische Figuren, die innerhalb ihrer Felder wichtig, vermutlich sogar unverzichtbar sind. Sie allein machen jedoch nicht frei. Lass uns zwischen "die Freiheit" und "frei" unterscheiden. Freiheit definieren wir. Ist demnach begrenzt. Da gilt sie – und dort endet sie schon wieder. Sie hat mit Zielen, Wünschen, Forderungen zu tun. Frei hingegen will nichts. Frei hat auch nichts und hat demnach auch nichts zu verlieren. Explizit politische, engagierte Kunst dient immer nur bestimmten Aspekten der polis, folgt Ideologien, Konventionen, bedient Programme. Das macht sie oft blind für ihr eigentliches Potential. Kunst sollte es um nichts anderes gehen, als dass gesehen wird, was ist. Kunst ist Apokalypse: Enthüllung. Darin liegt mehr – auch mehr politische – Sprengkraft als in jeder geschichtlichen Revolution.


Leo Zogmayer

1949 geboren in Krems, Niederösterreich
Studium bei Herbert Tasquil an der Hochschule für angewandte Kunst Wien
lebt in Wien und Krems

Einzelausstellungen (Auswahl)
2006 Krems, Kunsthalle, schön
2005 Wien, hilger contemporary, neither



hilger contemporary
Leo Zogmayer: Is your journey really necessary?
Vernissage: Donnerstag, 15. November 2007, 19.30 Uhr
Dialogfuehrung mit DDr. Michael Lehofer (Sigmund Freud Klinik, Graz) und Leo Zogmayer
die Ausstellung dauert bis 12. Jaenner 2007.

Opening: Thursday, 15th October 07, 7.30 p.m.
the exhibition runs until 12th January 07.