Carmen Perrin entlockt alltäglichen Materialien eine eigene Formensprache und kreiert leichte, semi-transparente Gebilde, die den Sehvorgang des Rezipienten auffächern. Ihre Arbeiten sensibilisieren uns für Wahrnehmungsprozesse und eröffnen ungeahnte Räume, die sich durch das Sinnliche hindurch auftun.
Die aktive Einbeziehung des Betrachters gelingt Carmen Perrin nicht nur in raumgreifenden Installationen wie der begehbaren Passage im neuen Terminal des Zürcher Flughafens oder weiteren Interventionen, die die Publikation „Contexts“ umfassend dokumentiert und erstmals zusammenstellt. In ihren Wandarbeiten aus Polycarbonat spielt die Künstlerin mit Bildebenen, die einander auslöschen können, sowie der Gegenüberstellung von scharfem Blickpunkt und unscharfem Blickfeld. Diese Phänomene verführen den Rezipienten, das Werk fortwährend aus einer anderen Perspektive zu erkunden und lassen ihn erfahren, dass Wahrnehmung ein bewegungsabhängiger Prozess ist. Bei den perforierten Holzstühlen wird die ursprüngliche Eigenschaft des Materials im Sinne einer Eklipse überblendet und ins Gegenteil gedreht. Der solide Gegenstand mutiert zum porösen Raum, der wie ein Schwamm konstruiert ist und die Leere umfasst.